TryEngineering.org: Discover the creative engineer in you. Accreditation.org: The ultimate resource for engineering, computing and technology accreditation. TryNano.org: Nanotechnology for a wider audience.  
         TryEngineering.org > Im Leben eines Ingenieurs > Nuklearingenieur
Discover the creative engineer in you
Life of an Engineer
Chemieingenieur
Bauingenieur
Computeringenieur
Elektroingenieur
Werkstoffingenieur
Maschinenbauingenieur
Nuklearingenieur
Ingenieurgesellschaften
Rebecca Steinman (Nuklearingenieur)
Leitender Ingenieur, Advent Engineering Services, Inc.

Rebecca SteinmanStudium
  • BSNE, University of Missouri - Rolla
  • MEng, University of Michigan
  • MSNE, University of Michigan
  • PhD NE, University of Michigan


Beschreibung des Arbeitsplatzes
Steinman ist als Beraterin tätig; ihre Firma nutzt technische Spezialkenntnisse zur Lösung von Problemen bei Kunden, wobei sie häufig das vorhandene Kundenpersonal mit ihrer Fachkompetenz ergänzt.

Bemerkungen
Ein Diplom in Kerntechnik unterscheidet sich stark davon, was es noch in den Sechziger- und Siebzigerjahren bedeutete. Damals bedeutete Kerntechnik vorrangig Energietechnik, aber heute ist die Kerntechnik alles von Medizinphysik über die Innenverteidigung bis zur Energieerzeugung.

Tipps für Schüler/Studenten
Die Universität bereitet Sie zwar auf das Lösen von Problemen vor, doch handelt es sich dabei normalerweise um „gut definierte“ Probleme. Wenn Sie Ihre erste Arbeitsstelle antreten, werden Sie feststellen, dass nur ein kleiner Teil Ihrer Arbeit so „gut definiert“ sein wird wie die Probleme an der Universität. Vielleicht werden Sie sich zu Beginn etwas verloren vorkommen. Scheuen Sie aber nicht davor zurück, beim Definieren eines Problems um Hilfe zu bitten, denn wenn das Problem einmal definiert ist, werden Sie auch über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um es zu lösen.


Gesprächsausschnitt

Frage: Wann wussten Sie, dass Sie eine Nuklearingenieurin werden wollten?
Steinman: In meinem dritten Jahr an der High School besuchte ich das Jackling Institute an der University of Missouri – Rolla (UMR) und hatte die Gelegenheit, einen Tag im Forschungsreaktor zu verbringen. Und sobald ich im Stuhl des Reaktorbedieners Platz genommen hatte, war’s um mich geschehen.

Frage: Welche Erfahrungen haben Sie im College gemacht?
Steinman: Ich ging auf eine kleine Hochschule mit viermal so viel Studenten wie Studentinnen. Es dauerte ein oder zwei Semester, bis ich mich daran gewöhnt hatte, in meinen Kursen meistens die einzige Studentin zu sein, aber danach war das College eine tolle Sache! Ich habe dort mehrere lebenslange Freundschaften geschlossen. Meine ersten beiden Jahre waren die schwierigsten. Im ersten Jahr hatte ich Probleme damit, das richtige Gleichgewicht zwischen der Schule, meinen neuen Freunden, den Hausaufgaben und meinen außerschulischen Aktivitäten zu finden und dabei unter der Woche noch zu einer oder zwei Stunden Schlaf zu kommen. Das zweite Jahr war schwierig, weil in diesem Jahr alle wirklich intensiven technischen Kurse auf einmal stattfanden. Alle insgesamt 18 Studenten und Studentinnen der Kerntechnik besuchten die gleichen Kurse, studierten zusammen und entspannten sich Donnerstagabends an der gleichen Bar im Ort. Rückblickend betrachtet möchte ich auf keine meiner Erfahrungen im College verzichten.

Frage: Haben Sie als Undergraduate-Student an irgendwelchen Fachpraktika teilgenommen?
Steinman: Nein, aber ich hatte ein Ferienstipendium im Argonne National Laboratory und arbeitete drei Jahre lang auf dem Unicampus als Strahlenschutztechnikerin.

Frage: Wie haben Sie Ihre erste Arbeitsstelle bekommen?
Steinman: Als eine Freundin aus Unizeiten umzog, nachdem ihr Mann seinen Abschluss gemacht hatte, empfahl sie mich bei ihrem Arbeitgeber für ihre alte Stelle. Während des Einstellungsgesprächs sagten mir die Besitzer der Firma, dass sie meine Präsentation auf der Konferenz der Studentendivision der American Nuclear Society (ANS) im Jahr 1998 und auf den Präsentationsversammlungen der Studentendivision der ANS Michigan in den Jahren 1999 und 2000 gesehen hätten. Diese Vorträge hatten ihre Entscheidung, mir ein Angebot für eine feste Stelle zu unterbreiten, nachhaltig beeinflusst.

Frage: Welche Aspekte des Berufs eines Nuklearingenieurs sind für sie besonders lohnend?
Steinman: Ich liebe meine Arbeit; die mir gestellten Aufgaben und Herausforderungen ändern und entwickeln sich ständig weiter, und damit bleibt die Arbeit spannend. Ich habe jeden Tag die Gelegenheit, etwas Neues zu lernen.

Frage: Verbringen Sie viel Zeit auf Reisen?
Steinman: Ich bin durchschnittlich 1 bis 2 Tage in der Woche unterwegs, aber 80 % meiner Reisen kann ich im Auto erledigen, sodass ich die meisten Nächte zu Hause bin. Allerdings sind wir als Berater tätig, die dort sein müssen, wo es Arbeit für sie gibt, weshalb es immer mal wieder sechsmonatige Perioden gibt, während denen ich viel häufiger auch über Nacht auf Reisen bin.

Frage: Haben Sie einen Mentor? Oder hatten Sie an der Universität einen Mentor?
Steinman: Als Graduate-Studentin war Ruth Weiner von den Sandia National Laboratories meine Mentorin. Sie war das externe Mitglied meiner Prüfungskommission für meine Promotion, nahm sich die Zeit, mich bei nationalen ANS-Konferenzen Kollegen und Kolleginnen vorzustellen, und beriet mich regelmäßig zu einer Reihe persönlicher und beruflicher Themen. Heutzutage versuche ich, mich im Sinne einer Gegenleistung auf ANS-Konferenzen selbst als Mentor zu betätigen.

Frage: Arbeiten Sie häufiger in Teamsituationen oder mehr für sich allein?
Steinman: Das hängt nun wirklich von der Größe des jeweiligen Projekts ab. Bei den beiden letzten Projekten, mit denen wir zu tun hatten, war ich der Projektleiter, und das waren mit Sicherheit eher Teamprojekte; gewöhnlich gibt es aber jedes Jahr mindestens ein Projekt, das ich allein bearbeite.

Frage: Können Sie ein gutes Gleichgewicht zwischen Ihrer Freizeit/Ihrem Familienleben und den Anforderungen Ihrer derzeitigen Stelle erzielen?
Steinman: Ich arbeite für eine Firma, in der sich alle eng miteinander verbunden fühlen. Da die meisten meiner Familienmitglieder anderswo in den USA leben, verkehren mein Mann und ich außerhalb der Arbeit eher mit Kollegen. Ich habe jedoch selten das Gefühl, dass meine Arbeit sich auch in meinem Privatleben breitmacht.

Frage: Wenn Sie noch einmal ganz von Vorne anfangen könnten, würden Sie dann wieder Nuklearingenieurin werden?
Steinman: Auf jeden Fall! Ich arbeite unwahrscheinlich gern in der Kernindustrie. Ich lasse keine Gelegenheit aus, mit Schülern und Schülerinnen von High Schools am Ort darüber zu sprechen, wie abwechslungsreich die Arbeit in diesem Feld ist.

Frage: Sind Sie der Ansicht, dass Sie in Schule und Universität auf die Arbeit, die Sie jetzt in Ihrer beruflichen Praxis machen, richtig vorbereitet haben?
Steinman: In der Schule lernt man, wie man Probleme mit einem spezifischen Satz von Eingabeparametern löst. In der Arbeitspraxis muss man die richtigen Eingabeparameter selbst finden und dann entscheiden, welche man braucht. Ich glaube nicht, dass mich meine Ausbildung darauf vorbereitet hat, diese Entscheidungen zu treffen. Ich konnte aber lernen, wie man in der Arbeit ziemlich schnell zu einer Entscheidung kommt, weil ich zumindest wusste, wie ich das Problem lösen musste, nachdem ich es einmal richtig definiert hatte. Mein Studium als Undergraduate-Student bereitete mich viel besser darauf vor, was ich jetzt beruflich mache, als meine Zeit als Graduate-Student. Das kam aber nicht unerwartet, weil ich nach der Graduate School nicht an der Universität blieb oder mich in die Forschung begab. Bei meinem Eintritt in die Berufswelt musste ich jedoch zunächst einmal eine ziemlich steile Lernkurve meistern.

Frage: Wo sehen Sie Arbeitsplätze für Nuklearingenieure in der Zukunft? Was sollten Studenten und Studentinnen tun, um sich auf diese Rollen vorzubereiten?
Steinman: Ein Diplom in Kerntechnik unterscheidet sich stark davon, was es noch in den Sechziger- und Siebzigerjahren bedeutete. Damals bedeutete Kerntechnik vorrangig Energietechnik, aber heute ist die Kerntechnik alles von Medizinphysik über die Innenverteidigung bis zur Energieerzeugung. In vielen Fällen ist ein Diplom in Kerntechnik eher ein Abschluss in Atomwissenschaft als im Ingenieurwesen. Wenn wir die Hoffnung hegen, dieses Land in ein neues Zeitalter der Nuklearenergie zu führen, müssen an der Atomenergie interessierte Studenten so viel wie möglich von den Ingenieuren lernen, die die derzeit in Betrieb befindlichen Werke gebaut haben. Andernfalls müssen wir die ganze Konstruktionstechnik aus dem Ausland beziehen.

Frage: Können Sie Studenten und Studentinnen sonst noch irgendeinen Rat geben?
Steinman: Die Universität bereitet Sie zwar auf das Lösen von Problemen vor, doch handelt es sich dabei normalerweise um „gut definierte“ Probleme. Wenn Sie Ihre erste Arbeitsstelle antreten, werden Sie feststellen, dass nur ein kleiner Teil Ihrer Arbeit so „gut definiert“ sein wird wie die Probleme an der Universität. Vielleicht werden Sie sich zu Beginn etwas verloren vorkommen. Scheuen Sie aber nicht davor zurück, beim Definieren eines Problems um Hilfe zu bitten, denn wenn das Problem einmal definiert ist, werden Sie auch über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um es zu lösen.

Die Profile sind lediglich Momentaufnahmen aus den Karrieren der verschiednen Ingenieure.


(Die Profile individueller Ingenieure auf TryEngineering wurden vom
Sloan Career Cornerstone Center zur Verfügung gestellt)


home about contact us links sitemap disclaimer