TryEngineering.org: Discover the creative engineer in you. Accreditation.org: The ultimate resource for engineering, computing and technology accreditation. TryNano.org: Nanotechnology for a wider audience.  
         TryEngineering.org > Im Leben eines Ingenieurs > Bauingenieur
Discover the creative engineer in you
Life of an Engineer
Chemieingenieur
Bauingenieur
Computeringenieur
Elektroingenieur
Werkstoffingenieur
Maschinenbauingenieur
Nuklearingenieur
Ingenieurgesellschaften
Mark C. Reuss, E.I.T. (Bauingenieur)
Leitender Bauingenieur, Bechtel Group, Inc.

Mark C. Reuss, E.I.T.Studium
  • B.S., Bautechnik, Tufts University
  • B.A., Deutsch, Tufts University
  • M.S., Konstruktionsmanagement, Stanford University

    Beschreibung des Arbeitsplatzes
    Als leitender Bauingenieur bin ich dafür verantwortlich, dass Bauanforderungen und Konstruktionskenntnisse in Zeichnungen, Spezifikationen, Ausrüstungskaufaufträge, Unterverträge und Projektpläne einfließen.

    Tipps für Schüler/Studenten
    Studenten der Bautechnik sollten sich darüber im Klaren sein, dass Mathematik und Naturwissenschaften für den Ingenieurberuf zwar unerlässliche Voraussetzungen sind, aber dass das tägliche Lesen der Zeitung und das Studium der Geschichte, des Deutschen, von Fremdsprachen usw. genauso wichtig sind. Da die Automatisierung in Konstruktionsprojekten eine wichtige Rolle spielt, sollten Sie ausreichend viele Softwarekurse besuchen. Anhand eines Auslandsstudiums können Sie für sich selbst ausloten, wie groß Ihr Interesse an einer Arbeit mit internationalen Dimensionen ist.


  • Gesprächsausschnitt

    Frage: Wie war es denn mit Ihren Kursen und Seminaren an der Uni und mit dem Studium als Student vor dem Zwischenabschluss? War das recht streng? Hatten Sie das Gefühl, sich spezialisieren zu können?
    Ruess: Die Anforderungen an einen angehenden Ingenieur im Grund- und Hauptstudium sind außerordentlich hoch. Zumindest galt das für meine Uni, die Tufts University; dort muss man mehr Seminare und Kurse absolvieren als ein Student der Geisteswissenschaften, und das im gleichen Zeitraum. Der Unterschied war so groß, dass wir sie immer aufgezogen und als Faulpelze bezeichnet haben. Das Studium ist also schon sehr anspruchsvoll, und je nachdem, wie hoch man seine Ziele gesteckt hat, kann man unbegrenzt viel Zeit darauf verwenden. Das ist etwas, was man auf der Universität lernt, dass man nämlich alles nicht mehr so angehen kann wie noch in der Schule. Diese Lektion muss man lernen, denn sie ist der Schlüssel zum Überleben. Ich habe etwa ein Jahr gebraucht, um das zu kapieren. Und auch ungefähr ein Jahr, um mich für die Bautechnik zu entscheiden. Ich schwankte zwischen der Chemie- und der Fertigungstechnik und habe mich dann schließlich für die Bautechnik entschieden.

    Frage: Erzählen Sie doch bitte von Ihrem Jahr im Ausland bzw. Ihrem Auslandsstudium. Was hat Sie dazu bewogen?
    Ruess: Als ich mit dem Ingenieurstudium anfing, stellte ich fest, dass ich mich in vier Jahren durch eine ganze Menge von Kursen würde durcharbeiten werden müssen. Vier Jahre – das klingt nach viel, ist es aber nicht. Ich wollte mehr machen als nur lauter technische Kurse. Ich wollte auch in einige der interessanten Seminare gehen, die alle anderen Studenten belegten, aber eben nicht wir, weil wir nicht so viele Wahlfächer hatten. Ich überlegte mir also, dass ich das am besten mit einem doppelten Abschluss bewerkstelligen könnte, also mit einem B.A. Dann könnte ich ein Hauptfach wählen, das mit wirklich gefiel – ich interessierte mich wegen meiner Herkunft sehr für Deutsch –, und dann würde ich auch all diese Wahlkurse besuchen können. Genau das habe ich dann auch gemacht. Ich habe einige Ferienkurse besucht und konnte so ein Semester lang im Ausland studieren, womit ich meine beiden Interessen sehr gut kombinieren konnte. Ich studierte in einer schönen, alten Stadt auf dem Land in Süddeutschland, wo auch viele Theologen und Landwirte zur Schule gingen. Das war ein wirklich nettes Umfeld.

    Frage: Beteiligten Sie sich als Undergraduate-Student an irgendwelchen Berufsverbänden, der ASCE, irgendwelchen Ingenieurgesellschaften oder anderen ähnlichen Organisationen?
    Ruess: Ich engagierte mich als Undergraduate-Student stark in der ASCE. Schließlich landete ich sogar im Vorstand. Dort war ich in verschiedenen Funktionen tätig, zunächst als Schriftführer und Vizepräsident und letztendlich dann auch als Präsident der Gesellschaft, und die verschiedenen Projekte haben mir viel Spaß gemacht. In meinem letzten Jahr an der Uni begann ich trotz vieler Widerstände ein Spielplatzprojekt in einem Ort in der Nähe der Universität, auf dem Gelände einer Grundschule, die nichts weiter als einen Asphaltplatz hatte. Über Spendenaktionen besorgten wir uns das nötige Geld, kauften die gesamte Ausrüstung, führten alle Vorbereitungsarbeiten am Standort durch und installierten dann die Ausrüstung an einem einzigen Wochenende. Die ganze Arbeit für diese Grundschule wurde von den Schülern dieser Schule und ihren Eltern geleistet, und ich holte auch ein paar Freunde aus anderen Orten hinzu. Es machte allen eine Menge Spaß. Und es war ein tolles Projekt. Seitdem habe ich vier weitere Spielplätze gebaut. Das ist etwas, was ich gerne so nebenbei mache, weil es einfach so lohnend ist, etwas mit und für Kinder zu tun.

    Frage: Wie gut, glauben Sie, haben Ihre Erfahrungen im Grundstudium Sie … auf das wirkliche Leben im Beruf [vorbereitet] … sowohl in Bezug auf die technischen Dinge, die Sie gelernt haben, als auch auf die Art und Weise, in der man Ihnen dieses Wissen vermittelt hat? Haben Sie gelernt, wie man in Teams arbeitet, weil das dem Umfeld entspricht, in dem man später wirklich arbeitet, oder hatten Sie das Gefühl, dass Sie meistens auf sich allein gestellt waren?
    Ruess: Die Ausbildung zum Ingenieur besteht aus zwei Hauptkomponenten. Zum einen muss man einfach eine Menge Technik lernen. Das ist zwar nicht besonders aufregend, aber es ist eine Grundlage, die man einfach braucht. Man muss wissen, wie man Straßen berechnet, man muss mechanische Systeme verstehen, man muss über Werkstoffe Bescheid wissen und man muss sich das alles aneignen, um diese Grundlage zu schaffen. Die einzelnen Hochschulen erkennen jedoch allmählich auch, dass viele der berufstätigen Ingenieure nicht all die Fähigkeiten besitzen, die man braucht. Ich denke hierbei an Kommunikationsfähigkeiten, Präsentationsfähigkeiten und den Umgang mit der Öffentlichkeit. Man muss also auch für andere Faktoren aufgeschlossen sein und sich nicht nur mit Berechnungen befassen und wissen, wie viel Pfund ein bestimmter Träger aufnehmen kann. Natürlich muss man das auch wissen, aber man muss sich auch fragen, was für Folgen das Verzinken eines bestimmten Stahlelements für die Umwelt hat und ob man das irgendwie umweltfreundlicher gestalten kann. Was wären die Folgen, wenn man mit einem Lastwagen einen Träger durch einen bestimmten Ort fährt? Sollte man besser einen anderen Weg finden? All diese peripheren Fragen sind heute eben nicht mehr nur an der Peripherie. Sie sind genauso wichtig, und manchmal sogar noch wichtiger, als die Grundlagen, also die eigentlichen Probleme des technischen Designs und der Konstruktion. Wie ich also bereits gesagt habe, wird dies von den Universitäten jetzt auch erkannt und immer mehr betont. Und Fachgebiete, die früher nicht zu den Pflichtfächern gehörten, wie z. B. Englisch und Aufsatzlehre, gehören jetzt zum Pflichtprogramm, und man spricht sogar vom Umstieg zu einem fünfjährigen Programm, weil es schwierig ist, diese beiden Dinge in vier Jahren unterzubringen. Man verlangt damit schon eine ganze Menge von den Studenten und Studentinnen. Aber wer sich darauf einlässt und sowohl die technischen Aspekte als auch die eher peripheren Seiten studiert, der eignet sich Fähigkeiten an, die für die Gesellschaft sehr wertvoll sind. Damit verfügt man über eine wirklich gute Kombination.

    Frage: Was halten Sie von Praktika während des Studiums? Haben Sie an der Universität einschlägige Erfahrungen gemacht?
    Ruess: Ich arbeitete in den Sommerferien für ein Unternehmen, das mir für mein Grundstudium ein Teilstipendium gewährte. Ich arbeitete damals nicht wirklich in der Bautechnik, sondern in einem Fertigungswerk. Zu der Zeit wurden in diesem Land noch Flugzeuge – Militärflugzeuge – gebaut, und damit war ich befasst. Ich begann in der Vormontage und arbeitete schließlich im Design und mit Verbundwerkstoffen, aber auch an Fehleranalysen, an spezifischen Problemlösungen, in erster Linie im bautechnischen Bereich in Bezug auf die Luftfahrt. Das machte ich jeden Sommer; die Firma bezahlte meine Studiengebühren und verschaffte mir einschlägige Erfahrungen. Und da die Arbeitsstelle in der Nähe meines Wohnorts lag, war das für mich eine gute Sache. Ich würde definitiv dazu raten, in den Semesterferien nach Möglichkeit eine Arbeit zu suchen, die etwas damit zu tun hat, was man später einmal machen will. Damit erhält man nicht nur eine bessere Ausbildung, sondern auch eine Entscheidungshilfe in Bezug darauf, was man nach dem Studium machen sollte. Und das ist für jeden eine schwere Entscheidung.

    Die Profile sind lediglich Momentaufnahmen aus den Karrieren der verschiednen Ingenieure.


    (Die Profile individueller Ingenieure auf TryEngineering wurden vom
    Sloan Career Cornerstone Center zur Verfügung gestellt)


    home about contact us links sitemap disclaimer